E-Info: Eilaktion|Petition an UN übergeben|Schießerei bei Freeport|Angriff auf Journalisten|Gesundheitskrise|Dorfbewohner gefoltert|Landrechtskonfli PDF Afdrukken E-mailadres
vrijdag 08 december 2017 15:10
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

Eilaktion: Arbeiter vermisst | Petition an UN übergeben | Schießerei bei Freeport | Gesundheitskrise in Yahukimo | Journalisten angegriffen und eingeschüchtert | Dorfbewohner gefoltert | Landrechtskonflikt zwischen Palmöl-Firma und Bewohner

West Papua Netzwerk
Liebe Freundinnen und Freunde des West Papua Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

Wir bitten um Ihre Unterstützung bei einer Eilaktion von Amnesty International zu einem Arbeiter, der seit Anfang November vermisst wird. In dieser E-Info finden Sie außerdem folgende Nachrichten: Eine Petition zu Westpapua, die von 1,8 Millionen Menschen unterschrieben und an die UN übergeben wurde, wird von der indonesischen Regierung als "unglaubwürdiger PR Gag abgetan. Schießereien auf und beim Gelände der Freeport-Mine werfen viele Fragen auf. Wieder führt das Versagen der Behörden zu einer Gesundheitskrise in Westpapua. Journalisten werden weiterhin von Sicherheitskräften angegriffen und eingeschüchtert. In abgelegenen Gebieten kommt es wieder zu Folter und Misshandlung durch Sicherheitskräfte.

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In dieser E-Info finden Sie:

  • Arbeiter „verschwunden“ - Unterstützen Sie die Eilaktion von Amnesty International
  • Westpapua-Petition an die Vereinten Nationen übergeben
  • Serie von Schießereien auf dem Gelände der Freeport Mine geht weiter
  • Versagen des Gesundheitswesens im Landkreis Yahukimo
  • Haus eines Journalisten ohne Haftbefehl durchsucht
  • Pressefreiheit in Westpapua weiterhin bedroht - erneut Angriffe auf Journalisten
  • Soldaten foltern Dorfbewohner im Dorf Moso
  • Landrechtskonflikt zwischen Palmöl Firma und indigenen Landbesitzer endet in Folter

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Thea Hummel und Norman Voß

Arbeiter „verschwunden“ - Unterstützen Sie die Eilaktion von Amnesty International

altMartinus Beanal, ein Arbeiter aus Papua, wird seit dem 7. November vermisst. Sein „Verschwinden“ steht offenbar mit der mutmaßlichen Eskalation bewaffneter Konflikte im Dorf Utikini des Bezirks Tembagapura in Mimika Regency in der Provinz Papua in Zusammenhang. Nach Angaben der Polizei ist er nicht mehr am Leben und wurde von seiner Familie bestattet. Seine Familienangehörigen widersprechen dieser Aussage jedoch. Somit ist nach wie vor nicht bekannt, wo sich Martinus Beanal befindet.


Westpapua-Petition an die Vereinten Nationen übergeben

altDie Organisation "Free West Papua-Campaign" hat den Vereinten Nationen (UN) eine historische Petition vorgelegt, welche die UN dazu anhält, gegen Menschenrechtsverletzungen in Westpapua aktiv zu werden und das Recht indigener Papuas auf Selbstbestimmung wahrzunehmen. Die weltweite Petition wurde im Januar 2017 im britischen Parlament unter der Leitung des Papua-Unabhängigkeitsführers Benny Wenda ins Leben gerufen. Am 28. August 2017 hatte "Free West Papua-Campaign" eine Schwimm-Aktion organisiert, bei der das historische Dokument von sechs Schwimmerinnen und Schwimmern über den Genfer See gebracht wurde (siehe Foto links). Drei Tage später geleiteten die Schwimmer die Petition zusammen mit Benny Wenda und einer Gruppe von Papua Aktivisten in einem symbolischen Akt zum Büro der Vereinten Nationen in Genf.

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Serie von Schießereien auf dem Gelände der Freeport Mine geht weiter

altLokalzeitungen meldeten eine erneute Serie von Schießereien zwischen Mitgliedern des Polizeisonderkommandos 'BRIMOB' und einer Gruppe von unbekannten Tätern auf dem Gelände der Freeport-Mine in Tembagapura im Landkreis Mimika. Am 21. Oktober 2017 eröffneten die Täter das Feuer auf einen Konvoi und anschließend auf mehrere BRIMOB Beamte in der Nähe des Dorfes Utikini. Zwei Polizeibeamte erlitten bei den Feuergefechten Schussverletzungen. Ein weiterer Schusswechsel wurde am 22. Oktober 2017 gegen 16 Uhr in der Umgebung der Brücke bei Utikini gemeldet. Dabei kam ein Polizeibeamter ums Leben. Weitere Schusswechsel fanden am gleichen Tag gegen 10.30 Uhr auf der so genannten 'RPU Mile 67' statt.

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Versagen des Gesundheitswesens im Landkreis Yahukimo

38 Tote in den Bezirken Semenage und Werima

Menschenrechtsaktivisten meldeten das Versagen des Gesundheitssystems in den Bezirken Semenage und Werima des Landkreises Yahukimo, im zentralen Hochland der Provinz Papua. Zwischen Mai und August 2017 starben 38 Dorfbewohner aufgrund von unbehandelten Erkrankungen – eine genaue Diagnose ist bisher nicht bekannt. Dorfbewohner gaben an, dass alle Opfer ähnliche Symptome aufwiesen, darunter Husten, Schnupfen, Durchfall, hohes Fieber und Schmerzen im Lendenbereich. Sämtliche Kliniken (PUSKESMAS) und Gesundheitstationen (PUSTU) in beiden Bezirken sind seit Jahren nicht in Betrieb. Es gibt weder Personal noch Medikamente in den Einrichtungen.

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Haus eines Journalisten ohne Haftbefehl durchsucht

altDie unabhängige Online-Zeitung 'Suara Papua' berichtete am 23. Oktober 2017, dass indonesische Soldaten das Haus eines ihrer Journalisten in Enarotali, Landkreis Paniai, ohne Durchsuchungsbefehl durchsucht haben sollen. 'Suara Papua' Journalist Stevanus Yogi erzählte, dass  am 17. Oktober sechs bewaffnete Soldaten vor seiner Tür standen. Drei der Männer betraten daraufhin sein Haus, ohne um Erlaubnis zu fragen oder einen Durchsuchungsbefehl vorzuzeigen. Sie kontrollierten sämtliche Zimmer während ihre drei Kameraden den Vorgarten bewachten. Die Infanteristen suchten angeblich nach einem Dieb.

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Pressefreiheit in Westpapua weiterhin bedroht - erneut Angriffe auf Journalisten

altIm November 2017 kam es erneut zu zwei Fällen von Gewalt gegen lokale Journalisten in der Provinz Papua. Am 5. November 2017 wurde ein Journalist der lokalen Tageszeitung "Pasific Pos" von einem Mitglied des Infanterie Regiments Kodim / 1704 Wamena in Jayapura angegriffen. Die in Hongkong ansässige 'Asian Human Rights Commission' (AHRC) berichtete, dass sechs Tage nach dem Vorfall eine Gruppe von mindestens sechs Polizeibeamten der Regionalpolizei Mimika (Polres Mimika) einen Journalisten namens Saldi Hermanto schwer misshandelten.

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Soldaten foltern Dorfbewohner im Dorf Moso

altDas Büro für Frieden, Gerechtigkeit, und Bewahrung der Schöpfung (JPIC) der Protestantischen Kirche in Papua (GKI di Tanah Papua) hat berichtet, dass es Anfang Oktober im Dorf Moso, im Distrikt Muara Tami der Stadt Jayapura, wiederholt zu Vorfällen kam bei denen Soldaten der Einheit Yonif Para Raider 432 Kostrad Makassar Dorfbewohner gefoltert haben sollen.

Am 4. Oktober 2017 verhafteten vier bewaffnete Armee Offiziere zwei Dorfbewohner namens Nolbet und Zakheus gegen 21.00 Uhr, nachdem die beiden Männer unter Alkoholeinfluss andere Dorfbewohner belästigt haben sollen. Anschließend verschafften sich die Beamten Zugang zum Haus des Lehrers Thomas Manufandu und verhafteten dessen Sohn Kostan Manudandu, ohne einen Durchsuchungsbefehl oder Haftbefehl vorzuweisen.

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Landrechtskonflikt zwischen Palmöl Firma und indigenen Landbesitzer endet in Folter

Die NGO Pusaka hat berichtet, dass es im Metamani Distrikt, im Landkreis Sorong Selatan der Provinz Papua Barat zu mehreren Fällen von Einschüchterung und Polizeigewalt gegen indigene Landbesitzer im Dorf Puragi kam, nachdem der Palmölproduzent PT Permata Putera Mandiri (PPM) der ANJ-Gruppe wiederholt seine Plantage illegal erweiterte. Die indigenen Landbesitzer hatten eine "Blockade" errichtet, nachdem das Unternehmen seit Anfang September 2017 Waldflächen jenseits der Grenzen ihres Konzessionsgebiets geräumt hatten. Das Unternehmen hatte trotz des Verstoßes kein Treffen mit der Dorfgemeinde organisiert um über eine Entschädigung für den Verlust von Land und Wald zu verhandeln, welche eine wichtige Lebensgrundlage für die indigene Gemeinschaft darstellen. Das Unternehmen hatte sämtliche Forderungen der Dorfgemeinde ignoriert und die illegale Räumung von Waldflächen fortgesetzt.

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Menschenrechtsbericht 2017 der ICP und des WPN
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Hier finden Sie den aktuellen, englisch-sprachigen Menschenrechtsbericht der International Coalition for Papua.


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