E-Info: Außergerichtliche Tötungen 2017 | Polizist erschießt Zivilisten| Verletzte bei Sicherheitseinsätzen | Menschenrechtsverteidiger bedroht PDF Afdrukken E-mailadres
maandag 22 januari 2018 10:11
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

Zehn Fälle außergerichtlicher Tötungen im Jahr 2017 | Polizist erschießt Zivilisten in Mappi | Verletzte bei Sicherheitseinsätzen | Einschüchterungsversuche gegen Menschenrechtsverteidiger

West Papua Netzwerk
Liebe Freundinnen und Freunde des West Papua Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

wir denken in diesen Tagen an die zehn Opfer außergerichtlicher Tötungen, die 2017 ermordet wurden. Auf unserer Website finden Sie die Namen der Getöteten. Auch im Dezember wurden indigene Papuas Opfer der Gewalt durch Sicherheitskräfte. Menschenrechtsverteidiger, die auf die Ungerechtigkeit aufmerksam machen und sich für die Opfer und deren Familien einsetzen, wurden wiederholt eingeschüchtert, bedroht und diskreditiert.

In dieser E-Info finden Sie:

  • Zehn Fälle außergerichtlicher Tötungen indigener Papuas im Jahr 2017
  • Polizeibeamter erschießt Papua im Landkreis Mappi
  • Verletzte Zivilisten bei Sicherheitseinsatz in Nduga
  • Einschüchterungsversuche gegen Menschenrechtsverteidiger

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Norman Voß und Thea Hummel

Zehn Fälle außergerichtlicher Tötungen indigener Papuas im Jahr 2017

61111731-e8c5-4fc9-bc75-02fde37fc18aIm Jahr 2017 dokumentierte die International Coalition for Papua (ICP) zehn Fälle außergerichtlicher Tötungen von indigenen Papuas. Die ICP und das WPN fordern indonesische Behörden auf, umgehend unabhängige, unparteiische und effektive Ermittlungen in diesen Fällen einzuleiten. Alle Täter sollen sich in fairen und transparenten Prozessen vor öffentlichen Gerichten verantworten müssen, wie esnach internationalem Recht vorgesehen ist.

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Polizeibeamter erschießt Papua im Landkreis Mappi

0ed35a3a-9b99-412f-95e1-85e465978bceAm 25. Dezember 2017 erschoss ein Polizeibeamter der Bezirkspolizei Mappi mit den Initialen D.E. den 19-jährigen Nikolausi Bernolpus. Der Zwischenfall ereignete sich während einer Routine Streife gegen 4.00 Uhr morgens Ost-Indonesischer Zeit in der Ortschaft Kepi, im Landkreis Mappi. Der Leiter der Mappi Bezirkspolizei, Herr Wartono bestätigte den Vorfall in einem Interview mit der lokalen Zeitung 'Tabloid Jubi'. Ein Sprecher der Regionalpolizei von Papua (Polda Papua) kündigte in einer öffentlichen Stellungnahme Untersuchung gegen den Polizeibeamten an.

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Verletzte Zivilisten bei Sicherheitseinsatz in Nduga

bda5e8ea-d5ff-41fc-985b-df27d38f4332Das Advocacy-Netzwerk für Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit im Zentralen Hochland von Papua (JAPH-HAM) zusammen mit der Kommission für Verschwundene und Opfer von Gewalt (KONTRAS) veröffentlichte am 20. Dezember 2017 eine Pressemitteilung zu Sicherheitseinsätzen, welche zwischen dem 12. und 15. Dezember 2017 in der Umgebung des Flughafens Daragma im Distrikt Mugi des Landkreises Nduga stattgefunden haben sollen. Die Pressemitteilung von JAPH-HAM und KONTRAS stützen sich auf glaubwürdige Informationen von Zeugen. Die Einsätze sollen in engem Zusammenhang mit gewaltsamen Zusammenstößen zwischen der Befreiungsarmee Papuas (TPN) und dem indonesischen Militär (TNI) am selben Tag gestanden haben. Bei den Gefechten kam ein Bauarbeiter ums leben. Ein indonesischer Soldat erlitt schwere Schussverletzungen.

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Einschüchterungsversuche gegen Menschenrechtsverteidiger

375c5997-0ac2-4e92-b627-eff46943b7f8Zwei Menschenrechtsverteidiger sind eingeschüchtert worden, nachdem das papuanische Advocacy-Netzwerk JAPH-HAM eine Presseerklärung über Einsätze indonesischer Sicherheitskräfte veröffentlicht hatte. Die Einsätze fanden angeblich zwischen dem 12. und 15. Dezember 2017 im der zentralen Bergland im Landkreis Nduga statt. Der Vorsitzende von JAPH-HAM, Theo Hesegem, wurde daraufhin von einem Mitglied des indonesischen Geheimdienstes (BIN) befragt, erhielt einen Telefonanruf von einem Vertreter des Militärs und Drohungen per SMS-Nachricht.