E-Info: Tote und Verletzte bei Militäroperation | Palmöllieferant zerstört Regenwald | "Bloody Paniai"-Folteropfer verstorben | Bibel in Yali-Sprache PDF Afdrukken E-mailadres
dinsdag 29 mei 2018 17:36
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

E-Info:

West Papua Netzwerk

Liebe Freundinnen und Freunde des Westpapua-Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

die Menschenrechtssituation in Indonesien und speziell in Westpapua findet in der internationalen Gemeinschaft immer mehr Beachtung. Dennoch reißt die Gewalt nicht ab. Im April gab es wieder Fälle von willkürlichen Verhaftungen und Gewalt gegen indigene Zivilisten. In dieser E-Info finden Sie außerdem einen Hinweis auf eine Petition gegen den EU-Freihandel mit Palmöl. Der Regenwald in Westpapua, der zusammen mit dem Regenwald in Papua Neuguinea das größte zusammenhängende Regenwaldgebiet der Welt darstellt, schrumpft immer mehr aufgrund wachsender Palmölplantagen.


In dieser E-Info finden Sie:

  • Tote und Verletzte bei Militäroperation in Tembagapura
  • Palmöllieferant zerstört Regenwald in Westpapua
  • Folteropfer von "Bloody Paniai" verstorben
  • Die Bibel in der Yali-Sprache an die Gemeinden übergeben!

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Norman Voß und Thea Hummel


Tote und Verletzte bei Militäroperation in Tembagapura

altEine Militäroperation im Dorf Opitawak im Landkreis Mimika kostete mindestens einem Dorfbewohner namens Timotius Omabak das Leben. Mindestens zwei weitere Dorfbewohner - Ruben Kupugau und der 15-jährige Kapin Wamang - wurden durch Schüsse verletzt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Vorfall ereignete sich am 4. April 2018 um 10.15 Uhr im Bezirk Tembagapura in der Nähe der Kupfer- und Goldmine des Bergbaugiganten PT Freeport Indonesia. Der Vorfall wurde von Medien und dem indonesischen Militär (TNI) bestätigt. Der Infanterie-Oberst Muhammad Aidi vom Militärkommando XV. Cenderawasih erklärte in einem öffentlichen Interview, dass Angehörige der bewaffneten Widerstandsbewegung (TPN) angeblich die Häuser der Dorfbewohner niedergebrannt hätten, nachdem sie bei einem Feuergefecht mit dem Militär zurückgeschlagen worden waren. Er behauptete auch, dass Timotius Omabak ein Mitglied der TPN war.

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Palmöllieferant zerstört Regenwald in Westpapua

altEine neue Untersuchung von Greenpeace International hat ergeben, dass ein Palmöllieferant für Mars, Nestlé, PepsiCo und Unilever Regenwälder in Westpapua zerstört.
Videoaufnahmen vom März und April 2018 zeigen massive Abholzung in einer Palmöl-Konzession der PT Megakarya Jaya Raya, die von der Hayel Saeed Anam Group (HSA) kontrolliert wird. Laut Satellitenanalyse hat PT MJR zwischen Mai 2015 und April 2017 rund 4000 Hektar Regenwald gerodet - eine Fläche, die fast halb so groß ist wie Paris. Die Zerstörung wurde im September / Oktober 2017 wieder gefilmt, unter anderem ist eine Moorschutzzone betroffen, die von der indonesischen Regierung als Reaktion auf die verheerenden Waldbrände im Jahr 2015 festgelegt wurde. In diesen Gebieten ist die Landnutzung verboten.

Sehen Sie sich hier die Videoaufnahmen an

Folteropfer von "Bloody Paniai" verstorben

altYulianus Yeimo - ein Folteropfer im sogenannten „blutigen Paniai“-Fall - verstarb am 1. April 2018 im Dorf Ipakiye im Landkreis Paniai im Alter von 19 Jahren. Laut dem Büro für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung der Papua-Tabernakel-Kirche (JPIC KINGMI Papua) wies Yulianus Yeimo Anzeichen von inneren Blutungen auf, die er infolge von Folterungen durch Mitglieder der Nabire 753 Arpita Militäreinheit erleiden musste. Nach dem Vorfall litt Yulianus Yeimo oft an unkontrolliertem Nasenbluten, die länger als eine Stunde anhielten. Er erbrach geronnenes Blut und fiel häufig ohne klaren Grund in Ohnmacht. Die Soldaten hatten ihn mit einem Gewehrkolben brutal gegen den Kopf geschlagen, ihm mit schweren Militärstiefeln auf die Brust getreten und ihn mit einem Messer am Kopf verletzt (siehe Bild).

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Die Bibel in der Yali-Sprache an die Gemeinden übergeben

altAm 18. Mai 2018 wurde in einem festlichen Gottesdienst in Angguruk im Hochland von Westpapua die vollständige Bibel in der Yali-Sprache an die Gemeinden übergeben. Tausende Christinnen und Christen nahmen an der Feier teil. Die feierliche Übergabe nahm der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche im Lande Papua (GKI-TP), Pfr. Andrikus Mofu, vor (s. Foto). In seiner Ansprache betonte er die Wichtigkeit der heiligen Schrift für das Leben der Christen. Er erinnerte daran, dass das Evangelium den Menschen im Hochland und in Papua überhaupt, den Frieden gebracht hat. Er dankte auch den Übersetzern Pfr. Friedrich Tometten (rechts im Bild) und seinen Mitarbeitern.

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