E-Info: Soldat erschießt Zivilisten und wird in Selbstjustiz getötet | Papua Studenten verhaftet und misshandelt | Militärangriff im Hochland PDF Afdrukken E-mailadres
woensdag 31 oktober 2018 07:16
Aktuelle Meldungen zu West Papua über Menschenrechte, Politik, Umwelt und Gesellschaft.

Soldat erschießt Zivilisten und wird in Selbstjustiz getötet | Papua Studenten verhaftet und misshandelt | Militärangriff im Hochland

West Papua Netzwerk
Liebe Freundinnen und Freunde des Westpapua-Netzwerks,
sehr geehrte Damen und Herren,

Willkür. Dieses Wort kommt uns immer wieder in den Sinn, wenn wir Berichte aus Westpapua erhalten. Willkürliche Tötungen, willkürliche Verhaftungen, sogar willkürliche Bombardierungen ganzer Dörfer.

Erschreckend systematisch ist gleichzeitig die Praxis der Straflosigkeit. Die Täter der Menschenrechtsverletzungen, meist Polizisten und Soldaten, müssen in der Regel keine oder nur milde Konsequenzen fürchten.

In dieser E-Info finden Sie:

  • Soldat tötet Zivilisten - Dorfbewohner rächen sich am Täter
  • Polizei misshandelt fünf Teilnehmende einer friedlichen Veranstaltung in Makassar
  • Militärangriff im Hochland - Berichte gehen von fünf toten Zivilisten aus

Mit herzlichen Grüßen aus der Koordinationsstelle,

Norman Voß und Thea Hummel

Soldat tötet Zivilisten - Dorfbewohner rächen sich am Täter

altDas Büro für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung (JPIC) der Papua-Tabernakel-Kirche (KINGMI Papua) hat die außergerichtliche Tötung eines papuanischen Theologiestudenten im Dorf Waroki in Nabire dokumentiert. Am 22. Oktober 2018 um 20.00 Uhr verließ Daud Ayomi (27 Jahre) sein Haus mit dem Motorrad, um Wasser zu kaufen. An der Kreuzung standen vier Angehörige des Militärs in Zivilkleidung. Als Daud Ayomi an der Gruppe vorbeifuhr, zog einer der Soldaten plötzlich seine Waffe und schoss auf ihn. Die Kugel traf Daud Ayomi in der Brust und tötete ihn sofort.

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Polizei misshandelt fünf Teilnehmende einer friedlichen Veranstaltung in Makassar

altDie 'Allianz für Demokratie' in Makassar hat eine Erklärung veröffentlicht, der zu Folge Polizeibeamte (POLRESTABES Makassar) vier Männer verhaftet und misshandelt haben sollen nachdem diese eine friedliche Veranstaltung zur Menschenrechtslage in Westpapua besucht hatten. Die Veranstaltung fand am 13. Oktober 2018 in einem Studentenwohnheim in der Pasewang-Straße in Makassar, in der Provinz Süd-Sulawesi statt. In dem Wohnheim wohnen größtenteils Studierende aus Westpapua. Die Allianz berichtet, dass gegen 16.30 Uhr ein Dutzend Beamte in Zivil den Vorhof des Wohnheims betraten, Banner und Plakate entfernten und sagten, dass die Studierenden keine Erlaubnis für die Veranstaltung erhalten hätten. Um 19.00 Uhr begannen die Studenten, selbst verfasste Gedichte, Reden sowie Musik- und Comedy-Aufführungen zu präsentieren, während rund 20 uniformierte Polizisten die Veranstaltung vor dem Schlafsaalgelände aufmerksam beobachteten. Vier Geheimdienstmitarbeiter verfolgten die Diskussion und die Aufführungen im Innenhof des Wohnheims.

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Militärangriff im Hochland - Berichte gehen von fünf toten Zivilisten aus

altDas indonesische Militär soll am 1. Oktober 2018 Angriffe mit Hubschraubern im Landkreis Puncak Jaya im Hochland Westpapuas durchgeführt haben. Dabei wurden mehrere Ziele im Distrikt Tingginambut angegriffen. Die Luftangriffe wurden von Bodentruppen unterstützt. Örtliche Menschenrechtsaktivisten berichten, dass die indonesische Armee explosive Geschosse wie Granaten und Raketen verwendet haben sollen. Bei dem Angriff wurden Berichten zufolge mindestens fünf Zivilisten getötet, darunter eine schwangere Frau und mindestens zwei Minderjährige sowie zwei Mitglieder des bewaffneten Widerstands (TPN-OPM). Die Menschen in dem betroffenen Gebiet flohen in den umliegenden Dschungel, um Schutz vor den Streitkräften zu suchen. Menschenrechtsverteidiger vermuten, die tatsächliche Zahl der Todesopfer könnte höher sein. Es ist weiter unklar wie viele Opfer bei der Flucht in den Wald verletzt oder getötet wurden.

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